Swiss GAAP FER vs. IFRS: Warum „True and Fair View“ Evidenz braucht
Stand: 28. Februar 2026
Kurzfassung (Executive Summary)
„True and Fair View“ ist kein Slogan, sondern eine Rechen‑ und Belegpflicht. IFRS (International Financial Reporting Standards – internationale Rechnungslegungsstandards) operationalisieren diesen Anspruch über eine verbindliche Präsentationslogik (IFRS 18), Umsatz mit Substanz (IFRS 15), vorausschauende Risikomodelle (IFRS 9/ECL) und Leasing‑Wahrheit (IFRS 16). Swiss GAAP FER bleibt demgegenüber schlanker – mit deutlich mehr Ermessensspielraum dort, wo Disaggregation, Pflicht‑Zwischensummen, MPM‑Überleitungen und ECL‑Transparenz entscheidend wären. Ergebnis: IFRS liefert Vergleichbarkeit, Prüfbarkeit und Kapitalmarktfähigkeit; FER erfordert Zusatz‑Governance, wenn dieselbe Glaubwürdigkeit erreicht werden soll. [iia.no], [diligent.com]

1) Anspruch vs. Wirklichkeit: „True and Fair View“
IFRS: Operationalisierte Wahrheit
IFRS 18 führt eine einheitliche Erfolgsrechnungs‑Architektur mit fünf Kategorien (Operating, Investing, Financing, Income Taxes, Discontinued Operations) und zwei Pflicht‑Zwischensummen: Operating Profit und PBFI (Profit Before Financing and Income Taxes – Ergebnis vor Finanzierung und Ertragsteuern). MPM (Management‑definierte Leistungskennzahlen) werden prüfpflichtig und numerisch zu IFRS‑Zwischensummen übergeleitet. Das erzeugt Kohärenz und Vergleichbarkeit
