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Integrated Business Planning (IBP): Das strategische Betriebssystem für die agile Unternehmenssteuerung

Definition und Executive Summary

IBP beendet das Silodenken zwischen Operations und Finance. Signale aus der physischen Welt (Maschinen, Transporte, Kunden‑Interaktionen) werden in Echtzeit in monetäre Effekte (P&L, Cashflow, Bilanz) übersetzt – IFRS‑konform, ISO‑integriert und KI‑gestützt.


Mit Früh‑Früh‑Früh‑Indikatoren (Sensorik, Blockchain‑Events, Marktstimmung) reduziert IBP Latenzen von Wochen auf Sekunden, automatisiert Disclosure‑Pflichten (z. B. IFRS‑7‑Risikoberichte) und macht den CFO zum Co‑Piloten der Strategie – vom Risikovermeider zum Chancen‑Orchestrator.


IFRS 18 (wirksam für Perioden ab 1.1.2027, frühere Anwendung zulässig) erleichtert dabei die konsistente Darstellung von Management‑Defined Performance Measures (MPM) und führt klar definierte Subtotals wie Operating profit ein.




Definition & Einordnung: Die Fusion von physischer und finanzieller Welt

Integrated Business Planning (IBP) ist weit mehr als nur ein „besseres S&OP“. Während das klassische Sales & Operations Planning oft als reiner Mengenabgleich zwischen Vertrieb und Produktion verharrt, fungiert IBP als die zentrale Nervenbahn des Unternehmens. In einem NextLevel-Szenario löst IBP die starre, kalenderbasierte Budgetierung ab. Es ist ein kontinuierlicher, wertorientierter Steuerungsprozess, der die Unternehmensstrategie mit der operativen Ausführung in Lichtgeschwindigkeit synchronisiert. Jede physische Veränderung in der Wertschöpfungskette wird unmittelbar in monetäre Auswirkungen auf die GuV (P&L), den Cashflow und die Bilanz übersetzt. IBP ist damit die Antwort auf die zunehmende Volatilität der Märkte, in denen ein statischer Jahresplan oft schon im Februar hinfällig ist.


2. Warum IBP der entscheidende Hebel für die Nr. 1 Position ist

Im DACH-Raum herrscht oft noch die Trennung zwischen „denen, die arbeiten“ (Operations) und „denen, die rechnen“ (Finance). IBP hebt diese Trennung auf.


Der CFO als Co-Pilot: 

Er liefert keine historischen Berichte mehr, sondern steuert über Szenarien.


  • Time-to-Insight: Die Fähigkeit, innerhalb von Minuten zu wissen, wie sich ein Hafenausfall in China auf die Dividendenausschüttung oder die Bank-Covenants auswirkt, ist der ultimative Wettbewerbsvorteil.

  • Karriere-Faktor: Experten, die diese komplexen Datenströme moderieren können, sind die natürlichen Nachfolger für die Geschäftsführung.

Integrated Business Planning (IBP): Das strategische Betriebssystem für die agile Unternehmenssteuerung



3. Die Kennzahlen-Revolution: Das Modell der "Früh-Früh-Früh-Indikatoren"

Die größte Schwäche herkömmlicher MIS (Management-Informations-Systeme) ist die Latenz. Wenn der Umsatz sinkt (Spätindikator), ist der Schaden bereits entstanden. Wenn der Auftragseingang stockt (Frühindikator), ist es für Gegenmaßnahmen oft schon spät.


NextLevel IBP nutzt die Signal-Ebene (Echtzeit-Daten):


  • IoT-Ebene (Physical Intelligence): Sensoren an Maschinen tracken nicht nur "Läuft/Läuft nicht", sondern kleinste Anomalien wie Energieverbrauchspeitschen oder Vibrationsmuster. Das ist der "Früh-Früh-Früh-Indikator", der einen Produktionsstopp Wochen im Voraus ankündigt (TPM = Total Productive Maintenance = Umfassende produktive Instandhaltung).

  • Blockchain-Ebene (Supply Chain Integrity): Durch die Distributed-Ledger-Technologie erhalten wir unbestechliche Daten von Vorlieferanten. Ein Smart Contract, der den Status einer Rohstoffcharge trackt, liefert eine Transparenz, die manuellen Berichten um Tage voraus ist.

  • Sentiment-Ebene (Market Intelligence): KI-Algorithmen scannen das Web nach Trends. Ein plötzliches Interesse an Konkurrenztechnologien ist ein Signal, das Monate vor dem ersten Kundenverlust in die Planung einfließen muss.


4. Die Verdichtungslogik: Die Kennzahlen-Pipeline Wie wird aus einem Sensor-Impuls eine strategische Entscheidung? Wir nutzen eine dreistufige Verdichtung:

  • Signal-KPIs (Die Basis): Rohdaten aus IoT und Blockchain (z. B. Temperatur, Standort-Daten, Transaktions-Logs).

  • Composite Indicators (Die Logik): Das System bündelt Signale zu Scores. Ein "Asset Health Score" kombiniert Wartungsdaten mit Real-Time-Auslastung. Ein "Supply Chain Resilience Index" kombiniert politische Risikodaten mit Blockchain-Tracking.

  • Impact-KPIs (Die Strategie): Hier erfolgt die finanzielle Übersetzung. Was bedeutet ein Resilience-Score-Abfall von 10 % für den Expected Credit Loss (IFRS 9) oder die IFRS 15 Umsatzprognose?



5. Risk-to-Opportunity: Automatisierte ISO-Compliance & Chancen-Management Hier liegt das größte Potenzial für die Nr. 1 Position: Die Integration von Regulatorik in die operative Steuerung. Automatisierung von ISO-Monitoring: ISO 31000 (Risikomanagement): Anstatt Risiko-Inventuren einmal im Quartal durchzuführen, monitort das IBP-System Risiken permanent. Ein drohender Ausfall wird nicht nur als Gefahr gesehen, sondern löst sofort eine Neubewertung der Chancen aus. ISO 9001 & 14001: Qualitätsmanagement und Umweltziele (Sustainability) sind keine Anhängsel mehr. Wenn ein Szenario zwar profitabel ist, aber die CO₂-Ziele (ISO 14001) gefährdet, zeigt das IBP-System diesen Konflikt sofort an.


Vom Risiko- zum Chancen-Management: Reaktives Handeln ist Risikovermeidung. Proaktives Handeln ist Chancen-Management. Durch den Zeitgewinn der Früh-Früh-Früh-Indikatoren kann das Unternehmen: Kapazitäten auf margenstarke Produkte umlenken, bevor der Wettbewerb den Engpass bemerkt. Preise dynamisch anpassen (Dynamic Pricing), basierend auf realer Rohstoffverfügbarkeit (Blockchain-Daten).Die Marktführerschaft durch absolute Lieferzuverlässigkeit sichern.


6. Der "Human-in-the-Loop": KI als Berater, Mensch als Entscheider Im Rahmen des EU AI Acts und moderner Governance-Strukturen ist IBP kein "Blackbox"-System.


  • Explainable AI (XAI): Das System schlägt nicht nur vor: "Produktion drosseln", sondern liefert die Begründung: "Aufgrund von IoT-Anomalie X und Blockchain-Verzug Y sinkt die Profitabilität um 12 %."

  • Decision Intelligence: Der Mensch (CFO/Betriebswirtschafter) validiert das Szenario. Die KI übernimmt das Rechnen, der Mensch das Urteilen. Dies sichert die Haftung und nutzt die Intuition erfahrener Leader.


7. IBP vs. Klassisches Dashboard: Der direkte Vergleich

Merkmal

Klassisches Dashboard (MIS)

NextLevel IBP (IoT/BC/AI)

Fokus

Visualisierung von Vergangenem

Simulation von Zukünftigem

Datenfluss

Periodisch, manuell, gefiltert

Echtzeit, automatisiert, roh

Regulatorik

Manuelle Checklisten (ISO/IFRS)

Automatisierte Compliance-Signale

Management-Stil

Reaktives "Löschen von Feuern"

Proaktives "Gestalten von Märkten"

Technologie

Excel / Statisches BI

Digital Twin / Agentic AI


8. Praxisbeispiel: Der „Predictive Value Chain“ 2027 Stellen Sie sich einen Schweizer Maschinenbauer vor. Ein IoT-Sensor meldet einen drohenden Verschleiß an einer Anlage in den USA. Das System erkennt: Ersatzteil ist laut Blockchain aktuell nur in Singapur verfügbar. Die Simulation zeigt: Warten führt zu IFRS-relevanten Wertminderungen (Impairment). Die Chance: Das IBP-System schlägt vor, die Produktion sofort auf ein anderes Werk umzuleiten und den Kunden ein Upgrade-Modell anzubieten, das höhere Margen generiert. Das Ergebnis: Kein Stillstand, zufriedene Kunden, höhere Marge – alles innerhalb eines nachvollziehbaren ISO-zertifizierten Prozesses.


9. NextLevel-Statement „Wer IBP heute noch als reines Finanz-Tool versteht, hat die digitale Transformation verpasst. IBP ist die Verschmelzung von Ingenieurskunst (IoT), kryptografischem Vertrauen (Blockchain) und strategischer Weitsicht. Es verwandelt das Controlling vom 'Archiv der Fehler' in das 'Navigationssystem der Erfolge'.“



2) IFRS‑18‑Sprache & Präsentationslogik: Von KPIs zu „Management‑Defined Performance Measures“ (MPM)

Mit IFRS 18 wird die Darstellung in der Gewinn‑ und Verlustrechnung (Erfolgsrechnung) neu strukturiert (u. a. verpflichtende Subtotals Operating profit und Profit before financing and income taxes) und die Disclosure von Management‑Kennzahlen (MPMs) eingeführt. Für IBP bedeutet das: Impact‑KPIs (z. B. „EBIT‑Impact in 30 Tagen“, „Cash‑Conversion‑Impact je Signal“) werden als MPMs eindeutig definiert, inklusive Datengrundlage, Annahmen und Überleitung zu IFRS‑Zeilen. Zudem werden die Prinzipien zur Aggregation/Disaggregation erfüllt, indem IBP schon während der Steuerung eine klare Trennung und Bezeichnung der Effekte vornimmt (z. B. operative Effekte vs. Finanzierungseinflüsse). Bei der Erstanwendung erleichtern IBP‑Szenarioarchive die retrospektive Aufbereitung der Vergleichsperioden.


Doch Vorsicht:

Ohne ein integriertes IBP entsteht zwangsläufig der ICG (IFRS 18 Consistency Gap):

Die gefährliche Diskrepanz zwischen operativer Steuerung und externer Berichterstattung. NextLevel IBP eliminiert diesen Gap, indem Impact-KPIs (z. B. EBIT-Impact) bereits im Moment ihrer Entstehung als MPMs definiert und übergeleitet werden. Das IBP wird somit zur 'Single Source of Truth' für den Wirtschaftsprüfer."



3) Die Kennzahlen‑Revolution – ohne Formeln, mit klarer Rechenlogik

3.1 Signal‑KPIs (Früh‑Früh‑Früh) → Composite → Impact‑KPIs

Pipeline: Signal → Cluster/Feature‑Engineering → Score (Composite) → Szenario → Finanz‑Impact (P&L/CF/BS) → Entscheidung


Beispiel A – Asset Health → EBIT‑Impact

  • Was berechnet wird: Das System ermittelt den technischen Gesamtzustand einer Anlage (Asset‑Health‑Score), leitet daraus die kurzfristig verfügbare Produktionskapazität ab und bewertet, wie sich ein Eingriff (z. B. Präventivwartung) im Verhältnis zu möglichen Stillstandskosten und Qualitätsfolgekosten auf den EBIT der nächsten 30 Tage auswirkt.

  • Praxiszahl: Prävention (15 k€) verhindert Produktionsstillstand (120 k€ Bruttomarge) und Qualitätskosten (40 k€) → +155 k€ EBIT‑Delta in 30 Tagen; zugleich wird CO₂‑Mehraufwand durch Notfall‑Luftfracht vermieden (ISO 14001).


Beispiel B – Lieferverzug (Blockchain) → Liquidity Risk & Cashflow

Was berechnet wird: Auf Basis eines verlässlichen On‑chain‑Ereignisses (z. B. „delay_notice“ aus einem Smart Contract) quantifiziert das System die voraussichtliche Absatzverschiebung je Kunde/Produkt, die zusätzlich nötigen Spot‑ und Transportkosten sowie die Veränderung der Liquidität im 30‑Tage‑Fenster. Ergebnis ist der Cashflow‑Impact, ergänzt um Handlungsvorschläge (Substitute, Mix‑Shift, Preis‑Anpassung).


Beispiel C – Nachfrage‑Momentum (Sentiment + Search) → IFRS 15 Prognosen

Was berechnet wird: Aus Marktstimmung und Suchtrends wird ein Demand‑Momentum‑Index abgeleitet. Dieser steuert die Anpassung der Umsatzprognose (inkl. variabler Gegenleistungen) so, dass die IFRS‑15‑Bedarfe (z. B. „hoch wahrscheinlich, dass kein wesentlicher Rückgang eintritt“) eingehalten werden. Das System dokumentiert zugrunde liegende Annahmen und Unsicherheiten.



3.2 Forecast‑Confidence‑Score (FCS) – die Metakennzahl der Verlässlichkeit

Was berechnet wird: Der FCS fasst Datenqualität (Sensorik, Stichprobenbreite), Modellgüte (Out‑of‑sample‑Leistung), Erklärungstiefe (XAI) und Kausalitätsindizien zu einer Verständlichkeits‑ und Verlässlichkeitsskala zusammen.


Hoher FCS bedeutet: Prognose kann stärker in Budget‑/Forecast‑Entscheidungen einfließen. Niedriger FCS bedeutet: konservativere Annahmen, intensivere Governance und deutlichere Disclosure.


3.3 Resilience‑KPIs – vom Frühsignal zur Kreditqualität

Was berechnet wird: Der Supply Chain Resilience Index bündelt Lead‑Time‑Varianzen, Lieferantendiversität, On‑chain‑Dispute‑Raten und geopolitische Faktoren zu einem Frühwarn‑Score. Änderungen im Score werden auf Kredit‑ und Liquiditätsrisiken gemappt, indem erwartete Kreditverluste (ECL) auf Basis aktueller Ausfallwahrscheinlichkeiten, Verlustquoten und Exposures szenariobasiert neu bewertet werden – inklusive Darstellung in den Risikodisclosures.


3.4 Sustainability‑KPIs – CO₂‑Impact „pre‑OCI“

Was berechnet wird: Für jede relevante Alternative (z. B. Luft‑ vs. Seefracht, Sourcing‑Pfad A vs. B) zeigt das System den CO₂‑Impact, die Kostenfolgen und die Ergebniswirkung. Entscheidungen werden so getroffen, dass finanzieller Nutzen und Nachhaltigkeitsziele (ISO 14001, doppelte Wesentlichkeit) vor der Durchführung transparent gegeneinander abgewogen werden können.



4) Tabellen – (ergänzend zu oben als Übersicht)

4.1 Frühindikatoren – IFRS/ISO/Risiko‑Einordnung

Frühindikator (Signal)

Typ

IFRS‑Relevanz

Direkter Finanz‑Impact (Beispiel)

ISO‑Relevanz

Primäres Risiko

IoT‑Überhitzung (AHS ↓)

Asset/Operations

IAS 16/36; IFRS 18 (MPM‑Darstellung)

+155 k€ EBIT (vermeidener Stillstand – Prävention 15 k€)

ISO 9001 (Qualität)

Produktionsausfall

On‑chain‑Lieferverzug

Supply Chain/Finance

IFRS 7 (Liquidity Risk); IFRS 18 (Disaggregation)

−250 k€ CFO (Spotkäufe + Marge ↓)

ISO 14001 (CO₂‑Trade‑off)

Liquidität/Kontrahent

Sentiment kippt, DMI ↓

Markt

IFRS 15 (Variable Consideration; Prognose)

−5 % Umsatz‑Forecast (konservativ)

ISO 9001 (Kundenzufr.)

Reputations‑ & Volumenrisiko


4.2 KPI‑Pipeline – Quelle, IFRS‑Anker & Nutzen

KPI

Quelle

IFRS‑Anker

Nutzen in IBP

Asset Health Score

IoT

IAS 16/IFRS 18 (MPM)

Frühwarnung Impairment‑Risiko & Kapazitätssteuerung

Supply Chain Integrity Index

Blockchain

IFRS 7 (Risikoberichte)

Liquidity‑/Kontrahentenrisiken & Szenario‑Transparenz

Forecast Confidence Score

KI/XAI

IFRS 18 (MPM‑Disclosure)

Prognose‑Verlässlichkeit, Modell‑Governance

CO₂‑Impact je Szenario

ESG‑Daten

(Präsentation via MPM/Überleitung)

ISO 14001‑Zielkonflikte vor Entscheidung auflösen



5) Risk‑to‑Opportunity: Von ISO‑Monitoring zur Chancen‑Steuerung

IBP verknüpft ISO 31000 (Risikoprozess), ISO 9001 (Qualität) und ISO 14001 (Umwelt) nativ mit der Finanzplanung und weitere ISO-Normen. Damit wird aus „Compliance“ Wertschöpfung:


  • Qualität vor Kosten: Frühwarnung reduziert Fehlerfolgekosten (Gewährleistung, Nacharbeit) und Kundenabwanderung → direkte EBIT‑Wirkung und stabilere IFRS‑15‑Umsatzrealisation (weniger Rückabwicklungen).

  • Umwelt vor Eile: Vermeidung ad‑hoc Luftfracht spart CO₂ und Spot‑Kosten – IBP weist finanzielle Sensitivität und CO₂‑Trade‑off simultan aus.

  • Risikotransparenz: IFRS 7 verlangt „Nature & Extent of Risks“ – IBP liefert laufende (nicht nur Stichtags‑) Analysen inkl. Maturity‑Profile & Stress‑Szenarien.



6) Human‑in‑the‑Loop & Governance: Agentic AI, XAI, EU‑AI‑Act

Agentic AI orchestriert Datenaufnahme, Szenario‑Rechnungen und Handlungsvorschläge; XAI erklärt die Kausalketten (Signal → Score → Impact). Der EU‑AI‑Act verlangt einen risikobasierten Ansatz, Transparenz und – bei „High‑Risk“‑Anwendungen – menschliche Aufsicht: IBP implementiert dies durch definierte Schwellenwerte, Eingriffsrechte, Audit‑Trails und dokumentierte Annahmen.



7) Praxis‑Szenarien – mit konkreten Zahlen & IFRS‑Anbindung

7.1 „Supply‑Shock 2027“ – erweitert

Ausgangslage: Lager in Übersee meldet via IoT Wasserschaden; Blockchain zeigt verbindlichen Lieferverzug.


IBP‑Reaktion: Szenarien „Spotkauf + Luftfracht“ vs. „Produktmix‑Shift (B statt A) + Seefracht“.

  • Spot/Luftfracht: CFO −350 k € (Preisaufschlag 8 %, CO₂ +x), EBIT −220 k € (Marge sinkt).

  • Mix‑Shift/See: EBIT +90 k € (Produkt B Marge +4 pp), CFO +120 k (Working‑Capital‑Entlastung), CO₂ −y.


    Bericht: IFRS 7 Liquidity Risk & Sensitivity offengelegt; IFRS 18 MPM‑Überleitung; ISO 14001: Zielkompatibilität dokumentiert.


7.2 „Predictive Asset Reliability“ – AHS unter 80 % in 14 Tagen

Signal: ΔVibration & ΔEnergie → AHS 78 %.Szenario:


Präventivwartung (15 k€) vs. Risiko Stillstand (2 Tage; 60 k€/Tag) + ISO‑9001‑Qualitätskosten (25 k€).


Ergebnis: Prävention +130 k€ EBIT; Darstellung über IFRS 18 Subtotals & MPM‑Definition; Klassifizierung der Kosten gemäß Rechnungslegung (Opex/Capex) transparent erläutert.


7.3 „Demand‑Slip Early Warning“ – DMI ↓ 12 % bei Leitkunde

Signal: Negatives Social Sentiment, Suchtrends zur Konkurrenz.Aktion: Preisarchitektur anpassen, Up‑/Cross‑Sell‑Kampagne; IFRS‑15: Variable Consideration konservativer; Constraint angewandt, Disclosure der Annahmen. Ergebnis: Umsatz‑Delta −2 % statt −5 %, CFO stabil.


7.4 „Credit Watchlist Automation“ – ECL‑Frühwarnung

Signal: SCII ↓ (On‑chain Disputes + Lead‑Time‑Varianz ↑) bei Debitoren‑Cluster.Wirkung: Erhöhte Ausfallwahrscheinlichkeit auf Portfolioebene; erwartete Kreditverluste werden szenariobasiert neu bewertet (inkl. Annahmen, Gewichte, Migrationspfade). Ergebnis: präventive Erhöhung der Wertberichtigung (z. B. +25 k€) und sofortige Ableitung von Maßnahmen (Skonto‑Anreize, Sicherheiten, Limit‑Anpassung).



8) Finanzieller, qualitativer, ökologischer Mehrwert – quantifiziert

Dimension

Mechanismus

Typische Spanne

Beispielwirkung

EBIT

Vermeidung Stillstände/Spotkäufe, Mix‑Shift

+2–5 %/Quartal

AHS‑Case: +155 k€ in 30 Tagen

CFO

Frühe Liquiditätssteuerung, WC‑Optimierung

+1–3 % vom Umsatz

Supply‑Shock: +120 k€

Risiko

ECL‑Frühwarnung, SCRI‑Steuerung

−10–30 % ECL‑Volatilität

Watchlist: +25 k€ präventiv

Qualität

Fehlerfolgekosten, Reklamationen

−15–40 %

ISO‑9001: −40 k€ vermieden

CO₂

Transport‑/Energie‑Entscheidungen

−5–20 %

Luft→See: −x t CO₂

Hinweis: Spannen sind erfahrungsbasiert; IBP liefert unternehmensspezifische Sensitivitäten & Confidence. IFRS 18 ermöglicht MPM‑Disclosure mit Überleitung zur GuV/ER.



9) IBP vs. Klassisches Dashboard – Text & Vergleichstabelle

Klassische Dashboards sind Rückspiegel. Sie visualisieren Vergangenes und hängen an manuellen Eingaben. IBP ist Fernlicht: Es integriert Echtzeit‑Signale, simuliert Zukunft, erzwingt Erklärbarkeit, verknüpft IFRS‑Darstellung und ISO‑Ziele. So wird aus Information Aktion.

Feature

Klassisches MIS

NextLevel IBP

Blickrichtung

Historie

Szenarien & Zukunft

Datenqualität

Manuell, Batch

IoT/BC Echtzeit, validiert

IFRS‑Fit

Nachgelagerte Aufbereitung

MPM/Disclosure by Design (IFRS 18)

Risiken

Stichtag

Laufend, Sensitivitäten (IFRS 7)

Umsatz

Reporting

IFRS 15‑konforme Prognosen

Kreditrisiko

„Incurred“ Denke

IFRS 9 ECL‑Szenarien integriert



10) Implementierung – CFO‑Checkliste (ausformuliert)

  • Erstens: „Goldene Signale“ identifizieren. Beginnen mit 3–5 Signalen, die kausal mit Ergebnisgrößen verknüpft sind (AHS, SCII, DMI) und sich technisch sauber erfassen lassen (Data Contracts, Messfrequenz, Plausibilisierung).

  • Zweitens: Composite‑Design & Data Governance. Scores, Gewichtungen und Datenqualitäts‑Metriken (FCS) verbindlich definieren, versionieren und in einem KPI‑Katalog mit Ownership, Schwellen und Eskalationslogik pflegen.

  • Drittens: Finanz‑Mapping & IFRS‑Überleitung. Für jede Impact‑Kennzahl die Überleitungslogik zu IFRS‑Zeilen festlegen (inkl. MPM‑Definition und Darstellung in den neuen Subtotals nach IFRS 18).

  • Viertens: Governance & XAI. Regeln für Human‑Oversight gem. EU‑AI‑Act: Eingriffsrechte, Eskalationspfade, Nachvollziehbarkeit von Modellentscheidungen (Audit‑Trail).

  • Fünftens: Rolling Adoption & Skalierung. Start mit ein bis zwei Wertströmen, dann Skalierung (Digital Twin) und Erweiterung der IFRS 7‑Risikoberichte um laufende Szenario‑Sensitivitäten und Maturity‑Analysen.




11) FAQ

  1. Was ist IBP und worin unterscheidet es sich von S&OP? IBP integriert Strategie, Finance und Operations in einem Planungsmodell und übersetzt operative Signale in IFRS‑konforme P&L/Cashflow/Bilanz‑Effekte in Echtzeit. S&OP fokussiert meist auf Mengenabgleich zwischen Vertrieb/Produktion. IBP bringt Früh‑Früh‑Früh‑Indikatoren, Szenario‑Simulation und Disclosure‑by‑Design.

  2. Welche Rolle spielen KI und der EU‑AI‑Act? Agentic AI beschleunigt Datenaufnahme, Simulation und Handlungsvorschläge; XAI erklärt Entscheidungen. Der EU‑AI‑Act fordert Transparenz, Human‑Oversight und risikobasierte Governance – IBP implementiert diese Prinzipien nativ.

  3. Wie wird IBP IFRS‑konform präsentiert (IFRS 18)? IBP‑Kennzahlen werden als Management‑Defined Performance Measures (MPMs) sauber definiert, übergeleitet und in die neue Struktur (u. a. Operating profit) eingebettet; Prinzipien zu Aggregation / Disaggregation sichern Klarheit und Vergleichbarkeit.

  4. Wie adressiert IBP Kredit‑ und Liquiditätsrisiken (IFRS 7/9)? Echtzeit‑Signale (z. B. SCII) treiben ECL‑Szenarien (IFRS 9) und Liquidity‑Sensitivitäten (IFRS 7); IBP stellt Methodik, Annahmen und Sensitivitäten für die Disclosure bereit – laufend statt stichtagsbezogen.

  5. Wie beeinflusst IBP die Umsatzabbildung (IFRS 15)? IBP erhöht die Prognosegüte für variable Gegenleistungen, Meilensteine und Preis‑Anpassungen – stets im Rahmen der „hochwahrscheinlich kein wesentlicher Rückgang“‑Constraint und des Fünf‑Schritte‑Modells.



13) Technischer Anhang – Berechnungslogik in Worten (ohne Formeln)

A) Asset‑Health‑Score (AHS) und EBIT‑Wirkung Das System standardisiert Sensorwerte (z. B. Temperatur, Vibration, Energieverbrauch), gewichtet sie nach Relevanz und bildet einen Gesamtscore. Je niedriger der Score, desto höher das Ausfallrisiko und desto geringer die kurzfristige Kapazität. Die EBIT‑Wirkung ergibt sich aus der prognostizierten Kapazitätsänderung, dem Deckungsbeitrag pro Einheit und den Kosten präventiver Maßnahmen.


B) Cashflow‑Impact bei Lieferverzug Pro Kunde/Produkt werden erwartete Mengenverschiebungen, Preis‑/Marge‑Effekte, zusätzliche Spot‑ und Transportkosten und Veränderungen im Working Capital berechnet. Die Summe bildet den kurzfristigen Cashflow‑Impact; Vorschläge (Substitute, Mix‑Shift, Preis‑Anpassungen) werden hinsichtlich Liquiditäts‑ und Margenzielen bewertet.


C) Erwartete Kreditverluste (ECL) in Szenarien Für relevante Gegenparteien/Portfolios werden Ausfallwahrscheinlichkeit, Verlustquote und Exposure je Szenario (Basis/Downside/Upside) geschätzt, gewichtet und zu einem erwarteten Verlust aggregiert. Dokumentiert werden Datenquellen, Annahmen, Modellgüte und die Rolle der Frühindikatoren.


D) CO₂‑Impact je Entscheidungsalternative Für Transport‑, Sourcing‑ und Produktionsalternativen werden CO₂‑Emissionen, Zusatzkosten und Ergebniswirkungen gleichzeitig ausgewiesen. Entscheidungen werden entlang eines Ziel‑Konflikt‑Rasters (Ergebnis, Liquidität, CO₂) getroffen und nachvollziehbar begründet.

NextLevel-Statement

„Wer IBP heute noch als reines Finanz-Tool versteht, hat die digitale Transformation verpasst. IBP ist die Verschmelzung von Ingenieurskunst (IoT), kryptografischem Vertrauen (Blockchain) und strategischer Weitsicht. Es verwandelt das Controlling vom 'Archiv der Fehler' in das 'Navigationssystem der Erfolge'.

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