IFRS 16 – Leasing (Right‑of‑Use)
"Warum Leasing nicht mehr Leasing ist – und wie IFRS 16 Cashflow, Governance, KPIs und Enterprise Value verändert"
Kurze Definition
IFRS 16 schreibt vor, dass Unternehmen nahezu alle Leasingverhältnisse auf der Bilanz erfassen müssen. Statt eines simplen Mietaufwands entstehen:
Right‑of‑Use‑Asset (RoU‑Asset) auf der Aktivseite
Leasingverbindlichkeiten auf der Passivseite
Zins- und Abschreibungslogik statt Mietaufwand
massive Effekte auf EBITDA, Cashflow, ROIC, WACC und Covenants
IFRS 16 ersetzt die operative Mietlogik durch eine kapitalmarktähnliche Transparenzlogik.

2. Ausführliche Erklärung
2.1. Die Grundidee hinter IFRS 16
Vor IFRS 16 konnten Unternehmen Vermögenswerte nutzen, ohne Verschuldung zu zeigen („Off-Balance‑Finanzierung”).IFRS 16 schließt dieses „Bilanzierungs-Schlupfloch“ durch:
Kapitalisierung der Nutzung statt reine Periodisierung
Abbildung wirtschaftlicher Realität statt Vertragsform
Ein Unternehmen, das eine Maschine 10 Jahre nutzt, hat de facto eine
Finanzierungsentscheidung getroffen – IFRS 16 macht sie sichtbar.
2.2. Die Bilanzmechanik in 30 Sekunden
Bei Vertragsbeginn:
Right‑of‑Use‑Asset (RoU):= Barwert der zukünftigen Leasingzahlungen + direkt zuordenbare Kosten
Leasingverbindlichkeit (Liability):= Barwert der vertraglichen Leasingzahlungen
