top of page
< Back
Filtern nach CIMA Labels

Value at Risk (VaR) & Sensitivitäten (inkl. Greeks)

NextLevel© Level 1–3 | Referenzdokument für CFOs, Controller & Treasury


Kurze Definition: Was ist der Value at Risk wirklich?

Der Value at Risk (VaR) ist die wohl am häufigsten genutzte Kennzahl im Finanzrisikomanagement. Er versucht, in einer einzigen Zahl auszudrücken:

„Wie viel Geld können wir unter normalen Marktbedingungen verlieren, und zwar mit einer bestimmten Wahrscheinlichkeit (z. B. 95 %, 99 % oder 99.9 %)?“

Er ist damit eine Art finanzieller Wetterbericht, der sagt:

  • nicht ob es stürmt,

  • sondern wie stark es im schlimmsten normalen Fall stürmt.


Einfach für Anfänger:

„Mit 99 % Sicherheit verlieren wir morgen nicht mehr als CHF X.“


So weit, so gut. Und jetzt kommt der entscheidende Punkt:

Der VaR ist keine Kristallkugel und verhindert keine Krisen – aber er macht Risiken erstmals greifbar.

Und genau darin steckt seine Stärke.

2. Sensitivitäten & Greeks: Die echte Ursachenforschung

Greeks = Ursachenrisiken


Während der VaR „die Temperatur“ misst, zeigen die Sensitivitäten / Greeks, warum die Temperatur überhaupt steigt:


  • Wechselkursschwankungen

  • Rohstoffpreisbewegungen

  • Zinsänderungen

  • Volatilität / Marktpanik

  • Zeitverfall



Die tiefere, praxisorientierte Greeks-Tabelle mit Business-Übersetzung

Greek

Fachliche Erklärung

Praxisbeispiel

CFO-/Controller-Sprache („So What?“)

Delta

Preisänderung pro 1 Einheit Basiswert

USD steigt um 0.01 CHF → Option steigt um 0.006 CHF

„Wie stark sinkt unsere EBIT-Marge pro Rappen Wechselkursänderung?“

Gamma

Beschleunigung von Delta

Markt wird extrem volatil

„Ab wann kippt das Risiko und reagiert überproportional?“

Vega

Empfindlichkeit gegenüber Volatilität

Marktpanik → Volatilität steigt → Hedging wird teurer

„Wie teuer wird unsere Absicherung, wenn alle in den Panikmodus gehen?“

Theta

Zeitwertverfall

Option verliert pro Tag CHF 12'000 an Wert

„Was kostet uns das Zuwarten und Entscheiden-Nicht-Wollen?“

Rho

Empfindlichkeit gegenüber Zinsen

SNB erhöht Zinsen um 1 %

„Wie stark steigen unsere Leasingkosten, Kreditzinsen und Pensionsrückstellungen?“



Wichtiger Punkt für Nicht-Banker:


Die Greeks sind keine Bank-Erfindung, sondern universell, sobald ein Unternehmen Derivate nutzt – also fast jedes Grossunternehmen heute. Mehr dazu in unserem Glossar-Artikel "Plain-Vanilla".



3. Praxisbeispiele: Was passiert in der echten Welt?

Beispiel A: Industrie (Chemie, Maschinenbau, Pharma)

Ein Unternehmen kauft jährlich grosse Mengen Rohstoffe in USD.


  • USD steigt → Marge fällt

  • je nach Materialkostenanteil kann 1 % USD‑Anstieg 3–7 % EBIT kosten


→ Der VaR zeigt dem CFO täglich, wie hoch der mögliche Schaden morgen ist.→ Die Sensitivitäten zeigen, wie und wo dieser Schaden entsteht.


Nutzen:

  • Preisgestaltung mit Risiko-Korridor

  • Cashflow-Stabilität

  • gezielte Absicherung ab Schwellenwert



Beispiel B: Energie / Commodity-Handel

Energiepreise können sich innerhalb weniger Stunden verdoppeln. Delta, Gamma und Vega sind hier besonders gefährlich.


  • Hohe Vega → Absicherungen werden extrem teuer

  • Hohe Gamma → kleine Marktbewegungen wirken plötzlich exponentiell


Folge:→ Liquiditätsengpässe durch Margin Calls→ VaR hilft, die Liquidität auf Sicht von Stunden zu planen→ Energieversorger arbeiten deshalb mit Liquidity-at-Risk



Beispiel C: Banken – und warum VaR Krisen nicht verhindert hat

Banken nutzen VaR seit den 1990er Jahren. Er ist Bestandteil der Basel-Regulatorik.

Aber Beispiele zeigen die Grenzen:


1. UBS (2008)

  • VaR wurde unterschritten

  • Die grössten Verluste kamen nicht aus normalen Marktbewegungen

    → VaR war blind für komplizierte CDO-Strukturen


2. JP Morgan „London Whale“ (2012)

  • VaR wurde manipuliert / schöngerechnet

    → Risikoberichte wirkten harmlos, während Positionen explodierten


3. Silicon Valley Bank (2023)

  • Zinsrisiko massiv unterschätzt

  • VaR hat steigende langfristige Zinsen nicht korrekt abgebildet

    → Kein Hedging der Staatsanleihen → Bankpleite


4. Weyerhäuser (Holzbranche)

Auch im Rohstoffbereich führte falsches Risikomanagement zu

  • Überinvestitionen

  • Instabilität bei Preisstürzen

  • Verluste durch mangelnde Absicherung

    → VaR hätte nicht die Entscheidung getroffen – aber die Risikotoleranz sichtbar gemacht.


Lehre:

Der VaR verhindert keine Krisen, aber er zeigt Transparenz über Risiken, bevor sie gefährlich werden.


4. Warum Budgets nicht ausreichen (CFO-Perspektive)

Viele CFOs sagen:

„Wir haben ein Budget, wir rechnen mit 1.10.“

Das Problem:

Die Märkte wissen nichts vom Budget.

Budget = eine ZahlVaR = ein KorridorES = der Schaden im Ernstfall



Modernes Controlling benötigt risikoadjustierte Planung:

  • statt „Wir planen mit 1.10“

  • besser „Wir planen mit 1.10 ± 5 % und halten CHF 800’000 Puffer bereit“


Das ist Risk-Adjusted Forecasting.



5. Expected Shortfall: Die ehrlichere Risiko-Kennzahl

Der VaR sagt:

„Mit 99 % Sicherheit verlieren wir nicht mehr als CHF X.“

Der Expected Shortfall (ES) sagt:

„Und wenn wir in diesem 1 %‑Fall sind, wie schlimm wird es dann durchschnittlich?“

CFOs sollten ES immer mitdenken, weil:

  • der ES reale Krisensituationen widerspiegelt

  • Regulatoren (Basel) ES bevorzugen

  • extreme Marktbewegungen immer häufiger werden



6. Typische Probleme – und wie moderne Unternehmen sie lösen

Problem 1: Normalverteilungsannahme unrealistisch → Fat Tails

Lösung: Historische Simulation + extremere Szenarien


Problem 2: VaR unterschätzt Krisen

Lösung: Expected Shortfall, Stress Tests, Reverse Stress Tests→ „Was müsste passieren, damit wir insolvent werden?“


Problem 3: Risikoquellen werden nicht richtig verstanden

Lösung: Sensitivitätskarte „1 % Veränderung = X CHF EBIT“


Problem 4: VaR wird zu selten aktualisiert

Lösung: Automatisierung (tägliche Berechnung)



7. 7. Globaler Standard: Der Brückenschlag zu ACCA & CIMA

Unser NextLevel©-Curriculum orientiert sich an den strengen Anforderungen der weltweit führenden Finanzverbände. Damit stellen wir sicher, dass Sie – egal ob als Diplom Betriebswirtschafter HF (Professional Bachelor), Technischer Kaufmann oder Informatiker – Kompetenzen erwerben, die auch in London, New York oder Singapur als State-of-the-Art gelten.


ACCA APM (Advanced Performance Management)

Im ACCA-Standard ist der Value at Risk kein mathematischer Selbstzweck, sondern der Motor für modernes Performance Management.


  • Risiko-adjustierte KPIs: Wir lehren Sie, Erfolg nicht nur in "Gewinn" zu messen, sondern im Verhältnis zum eingegangenen Risiko.

  • Value Creation: Sie lernen, wie man den Economic Value Added (EVA) schützt, indem man Volatilität aktiv steuert, statt sie nur zu erdulden.


CIMA P3 (Risk Management)

Für CIMA-Profis ist der VaR das Herzstück des Enterprise Risk Management (ERM).

  • Ganzheitliche Bewertung: Wir übertragen die Logik von Marktrisiken (Währung/Zins) auf operative Risiken (Cyber/Prozesse).

  • Risk Governance: Sie entwickeln sich zum strategischen Entscheidungsträger, der ein Framework baut, in dem Risiken nicht verhindert, sondern optimal bewirtschaftet werden.


Financial Risk Management (FRM) – der globale Benchmark für Risikodisziplin

International gilt der Value at Risk als zentrales Referenzinstrument des Financial Risk Management (FRM) – insbesondere für Markt‑, Zins‑, Währungs‑ und Liquiditätsrisiken.


Im FRM‑Kontext ist der VaR der Ausgangspunkt für:

  • die quantitative Steuerung von Marktrisiken

  • Stress Tests und Expected Shortfall (ES) zur Analyse extremer Szenarien

  • Risikobudgets, Limite und Liquiditätsreserven auf Tages‑ und Wochenbasis


Unser Fokus liegt dabei nicht auf Prüfungen, sondern auf der Fähigkeit, Risiken in einer klaren Zahl auszudrücken, Entscheidungen abzuleiten und Verantwortung zu übernehmen – genau so, wie es weltweit von CFOs, Treasurern und Risk Ownern erwartet wird.

Der NextLevel©-Vorteil: Während herkömmliche Lehrgänge oft nur die lokale Theorie abdecken, erhalten Sie bei uns das Wissen, das Sie direkt für internationale Zertifizierungen qualifiziert. Wir bereiten Sie darauf vor, auf Augenhöhe mit den besten Finanzstrategen weltweit zu kommunizieren.


8. Der NextLevel© Business Case: „Die Aluminium-Falle“

Ziel: Verstehen, wie Währungsrisiken die Marge fressen und wann ein CFO handeln muss.


Die Situation

Die SwissTech AG produziert Hochpräzisionsbauteile. Für die Produktion kauft das Unternehmen jährlich Aluminium-Komponenten in den USA für USD 40 Mio. ein. Der aktuelle Wechselkurs liegt bei 1.10 CHF/USD (Direktnotierung: 1 USD kostet 1.10 CHF).


Das Treasury-Team stellt fest, dass die Märkte nervös sind. Die tägliche Schwankung (Volatilität) des USD zum CHF liegt aktuell bei 0.8 %. Der CFO verlangt eine Risikoanalyse mit einem Konfidenzniveau von 99 % (Z = 2.33$), um die Cashflow-Planung für den nächsten Tag abzusichern.


Schritt 1: Das Exposure bestimmen (Was steht auf dem Spiel?)

Zuerst rechnen wir den US-Dollar-Betrag in unsere Heimatwährung um, damit wir die Auswirkung auf die Bilanz sehen.


40.000.000 USD * 1.10 CHF/USD = 44.000.000 CHF

NextLevel-Einsicht: Das ist der Betrag, der theoretisch dem Währungsrisiko voll ausgesetzt ist, wenn wir gar nichts unternehmen.

Schritt 2: Die tägliche Schwankung (Das „Rauschen“ des Marktes)

Wir berechnen, wie stark der Wert der Position an einem ganz normalen Tag schwankt (Standardabweichung).


44.000.000 CHF* 0.008 (0.8%) = 352.000 CHF

Anfänger-Check: Das ist noch nicht der VaR. Das ist lediglich die durchschnittliche tägliche Bewegung.

Schritt 3: Den Value at Risk berechnen (Das „Worst-Case“-Szenario)

Jetzt wenden wir den Sicherheitsfaktor (Z-Wert) für 99 % an. Wir wollen wissen, welcher Verlust morgen nur in 1 von 100 Fällen überschritten wird.


352.000 CHF * 2.33 = ca. 821.160 CHF

(Gerundet auf volle Tausender: CHF 821’000)


Die Management-Interpretation (Das „So-What?“)

Das Ergebnis von CHF 821’000 ist keine abstrakte Zahl, sondern ein Arbeitsauftrag für das Controlling:

  1. Märgen-Check: Wenn der Quartalsgewinn der SwissTech AG nur CHF 2 Mio. beträgt, dann entspricht das Risiko eines einzigen Tages bereits über 40 % des Quartalsgewinns. Handlungsbedarf: Hoch.

  2. Liquiditäts-Puffer: Der CFO muss sicherstellen, dass morgen zusätzliche CHF 821'000 an Liquidität verfügbar sind, falls der USD massiv aufwertet und die Rechnungen teurer werden.

  3. Pricing-Strategie: Können wir diese Volatilität an unsere Kunden weitergeben? Falls nein, müssen wir Finanzinstrumente nutzen.


Optionale Vertiefung (Level 2 & 3 Fokus)

Was passiert, wenn wir Greeks hinzufügen?

Nehmen wir an, das Unternehmen hat zur Absicherung eine Option gekauft. Das Delta dieser Option liegt bei 0.5.


  • Die Logik: Die Option gleicht nur 50 % der Bewegung aus.

  • Neuer VaR: Der VaR der abgesicherten Position würde auf ca. CHF 410'500 sinken.

  • Erkenntnis: Wir haben das Risiko halbiert, aber nicht eliminiert.



Musterlösung zum NextLevel© Business Case: „Die Aluminium-Falle“

Teil 1: Die rechnerische Herleitung (Level 1 – Technical Basis)

Gegebene Daten:


  • Jährliches USD-Volumen: USD 40.000.000

  • Wechselkurs (CHF/USD): 1.10

  • Tägliche Volatilität (sigma): 0,8 % (0,008)

  • Konfidenzniveau: 99 % (Z-Wert = 2,33)


Berechnungsschritte:

  1. Ermittlung des Währungs-Exposures (in CHF):


    Exposure = 40.000.00\ USD * 1,10 CHF/USD = 44.000.000 CHF

    Das Unternehmen hat ein Marktrisiko im Gegenwert von CHF 44 Mio.


  2. Berechnung der einfachen täglichen Schwankung:


    Standardabweichung (täglich) = 44.000.000 CHF * 0,008 = 352.000 CHF

    Im statistischen Durchschnitt schwankt der Wert der Position täglich um diesen Betrag.


  3. Berechnung des Value at Risk (VaR 99 %):

    VaR = 352.000 CHF * 2,33 = 820.160 CHF

    (Gerundet auf volle Tausender: CHF 820.000)



Teil 2: Die fachliche Interpretation (Level 2 – Business Logic)

Was bedeutet dieses Ergebnis konkret?

Mit einer statistischen Wahrscheinlichkeit von 99 % wird der währungsbedingte Verlust der SwissTech AG innerhalb der nächsten 24 Stunden den Betrag von CHF 820.000 nicht überschreiten.


Umkehrschluss:

In 1 % der Fälle (statistisch gesehen an ca. 2,5 Handelstagen pro Jahr) müssen wir mit einem Verlust rechnen, der höher als CHF 820.000 ist. Hier stößt der VaR an seine Grenzen und wir müssten den Expected Shortfall (ES) betrachten, um das Ausmaß dieser Extremverluste zu schätzen.



Teil 3: Strategische Handlungsempfehlungen (Level 3 – Governance)

Als MVA-zertifizierter Controller/CFO leiten Sie aus diesem VaR folgende Maßnahmen ab:

  • Risikotragfähigkeit: Prüfen Sie, ob ein Verlust von CHF 820.000 an einem einzigen Tag die kurzfristige Liquidität (Cash-Position) gefährdet. Wenn die freien Mittel knapp sind, ist sofortiges Hedging (z. B. über Forward Contracts) zwingend.

  • EBIT-Schutz: Berechnen Sie die Auswirkung auf die operative Marge. Wenn der VaR einen signifikanten Teil des geplanten Monatsgewinns ausmacht, sollte das Risiko durch Derivate (z. B. Optionen mit hohem Delta) reduziert werden.

  • Pricing: Nutzen Sie den VaR als Basis für „Währungspuffer“ in langfristigen Lieferverträgen. Kalkulieren Sie nicht mit 1.10, sondern berücksichtigen Sie die Volatilität in Ihren Preisuntergrenzen.

NextLevel© Experten-Tipp: Ein VaR von CHF 820.000 ist ein Warnsignal. Er ist die kalkulatorische Prämie, die Sie „zahlen“, wenn Sie sich entscheiden, das Risiko nicht abzusichern. Vergleichen Sie diesen Betrag mit den Kosten eines Forward-Geschäfts – oft ist die Absicherung deutlich günstiger als das Risiko zu tragen.


9. Zukunft: Warum VaR trotz Kritik wichtig bleibt

Trotz punktueller Kritik bleibt der Value at Risk der globale Ankerpunkt im Finanzmanagement. Warum? Weil die Welt nicht einfacher wird. Wir beobachten drei Megatrends, die das Risiko für jedes Unternehmen – massiv erhöhen:


  • Explosive Marktvolatilität: Politische Umbrüche, unterbrochene Lieferketten und blitzschnelle Zinswenden sind die „neue Normalität“. Wer hier nur auf Sicht fährt, verliert.

  • Globale Vernetzung: Ein Hackerangriff in Asien oder eine Währungskrise in Südamerika trifft heute binnen Stunden den Schweizer Mittelstand. Risiko ist kein lokales Problem mehr.

  • Frequenz der Krisen: Die Abstände zwischen „Jahrhundert-Ereignissen“ werden kürzer. Ein stabiles Unternehmen braucht ein Frühwarnsystem, das über das Bauchgefühl hinausgeht.


Der VaR als Betriebssystem für die KI-Ära

Der Value at Risk liefert die notwendige Datenbasis für die Technologien von morgen. In unseren Bildungsgängen zeigen wir Ihnen, wie der VaR zur Grundlage für modernste Prozesse wird:

  1. KI-basierte Risikoüberwachung: Künstliche Intelligenz benötigt klare Zielwerte. Der VaR liefert die mathematische „Leitplanke“, innerhalb derer Algorithmen Risiken in Echtzeit überwachen und autonom Warnungen ausgeben können.

  2. Automatisierung im Treasury: Moderne Treasury-Systeme nutzen VaR-Limits, um Absicherungsgeschäfte (Hedging) vollautomatisch auszuführen, sobald ein kritisches Risikoniveau erreicht wird – ohne manuelle Verzögerung.

  3. Echtzeit-Szenariotechnik: Statt wochenlang an Excel-Tabellen zu basteln, ermöglichen VaR-Modelle heute „Live-Simulationen“. Ein Klick genügt, um zu sehen: „Was passiert mit unserer Liquidität, wenn der Strompreis um 20 % steigt?“

  4. Präzises Pricing unter Unsicherheit: In Märkten mit schwankenden Rohstoffpreisen gewinnt derjenige, der das Risiko korrekt in seine Preise einkalkulieren kann. Der VaR macht Schluss mit „Pi mal Daumen“-Zuschlägen.

  5. Nachhaltige Finanzstrategie: Investoren und Banken fordern heute Transparenz. Ein sauber geführter VaR-Report beweist Ihre Professionalität und sichert Ihnen bessere Konditionen bei der Finanzierung.

Das NextLevel©-Fazit: Der Value at Risk ist kein verstaubtes Konzept der 90er-Jahre. Er ist das digitale Radar für den CFO von heute. Egal ob Sie als Informatiker, als Diplom Betriebswirtschafter HF (z.B. Global Finance), als Wirtschaftsinformatiker Systeme nutzen, programmieren oder bauen oder als Technischer Betriebswirt Fabriken leiten: Die Fähigkeit, Unsicherheit in eine messbare Zahl zu verwandeln, ist die wertvollste Währung Ihrer Karriere.


Ausblick - weitere Literatur - Vom Marktverlust zur Überlebensfähigkeit


Der Value at Risk beantwortet die Frage, wie viel ein Portfolio unter normalen Marktbedingungen verlieren kann – nicht jedoch, ob dieses Verlustereignis auch liquiditätsseitig tragbar ist. Genau diese Lücke schließt der Liquidity at Risk, indem er VaR‑basierte Stresssituationen mit real verfügbaren Zahlungsmitteln verknüpft. Einen konzeptionellen Rahmen für diese integrierte Sicht bietet die Conditional Liquidity Architecture (CLA), welche Liquidität als bedingte Ressource versteht, deren Verfügbarkeit vom Marktumfeld abhängt und genau diesen Zusammengang auflöst und Unternehmen damit proaktiv aggieren lässt.


Next-Level Statement: Jenseits von Bauchgefühl und Ampelfarben

„In einer Welt volatiler Märkte reicht es nicht mehr aus, Risiken lediglich nach 'Gefühl' in bunte Ampelsysteme zu sortieren. Wer Risikomanagement nur als qualitative Einschätzung betreibt, navigiert ein Schiff im Nebel ohne Radar. „Unser NextLevel©-Anspruch bricht mit veralteten Standards: Wir ersetzen das Raten durch Rechnen. Während andere in klassischen Seminaren noch über 'hoch', 'mittel' oder 'tief' diskutieren, berechnen Sie den Value at Risk auf den Franken genau – egal ob bei volatilen Währungen oder komplexen Cyber-Risiken. Sie liefern keine vagen Meinungen, sondern harte, quantifizierte Entscheidungsgrundlagen. Denn erst wenn ein Risiko messbar ist, wird der Erfolg steuerbar. Das ist der entscheidende Unterschied zwischen bloßer Verwaltung und strategischer Finanzführung auf Weltklasse-Niveau.“


FAQ: Value at Risk & Financial Risk Management

1. Was ist der Unterschied zwischen Value at Risk (VaR) und dem klassischen Risk-Reporting?

Klassisches Reporting nutzt oft qualitative Ampelsysteme (Rot/Gelb/Grün). Der VaR hingegen ist eine quantitative Kennzahl, die das Risiko in einer konkreten Währung (z. B. CHF oder EUR) ausdrückt. Er macht Risiken vergleichbar und ermöglicht eine präzise Liquiditätsplanung statt bloßer Schätzungen.


2. Warum ist der Value at Risk für Nicht-Banken (Industrie/Handel) wichtig?

Unternehmen mit hohen Import/Export-Anteilen oder Rohstoffbedarfen sind massiven Marktrisiken ausgesetzt. Der VaR zeigt einem CFO exakt, wie stark die EBIT-Marge durch Währungsschwankungen gefährdet ist, und dient als objektive Basis für Hedging-Entscheidungen.


3. Was versteht man unter den "Greeks" im Treasury Management?

Die Greeks (Delta, Gamma, Vega, Theta, Rho) sind Sensitivitätskennzahlen. Während der VaR das Gesamtrisiko misst, isolieren die Greeks die Ursachen. Delta misst z. B. die Reaktion auf Preisänderungen, während Rho die Empfindlichkeit gegenüber Zinsänderungen (wichtig für Leasing & Pensionen) zeigt.


4. Wie berechnet man den Value at Risk einfach erklärt?

Die einfachste Methode ist der Varianz-Kovarianz-Ansatz:

VaR = Positionswert Volatilität * Z-Wert (Konfidenzniveau)

Für ein 99 % Konfidenzniveau nutzt man üblicherweise einen Z-Wert von 2,33.


5. Was ist der Unterschied zwischen VaR und Expected Shortfall (ES)?

Der VaR sagt Ihnen, wo die Grenze des "normalen" Verlusts liegt. Der Expected Shortfall geht weiter: Er berechnet den durchschnittlichen Verlust, wenn diese Grenze überschritten wird (Tail Risk). Er ist die "ehrlichere" Kennzahl für extreme Krisenszenarien.


6. Warum wird der Value at Risk oft kritisiert?

Die Hauptkritik lautet, dass der VaR "Black Swan"-Events (extreme Krisen) unterschätzt, da er oft auf historischen Normalverteilungen basiert. Er sollte daher immer durch Stresstests und Szenarioanalysen ergänzt werden.


7. Welche Rolle spielt das "Delta" für das operative Controlling?

Das Delta ist der wichtigste "Greek" für Controller. Es gibt an, wie viele Franken oder Euro man verliert, wenn sich der Basiswert (z. B. USD-Kurs oder Kupferpreis) um eine Einheit bewegt. Es ist die Basis für das Exposure-Mapping.


8. Wie hängen VaR und Liquiditätsplanung zusammen?

Der VaR liefert die Antwort auf die Frage: "Wie viel Cash müssen wir als Puffer halten, um Marktschwankungen zu überstehen?" Er ist somit ein zentrales Werkzeug für das Cash-Flow-at-Risk (CFaR) Management.


9. Ist der Value at Risk Bestandteil von ACCA und CIMA Prüfungen?

Ja, absolut. In ACCA APM und CIMA P3 ist der VaR ein Kernbestandteil des Financial Risk Managements. Das MVA©-Programm bereitet gezielt auf diese internationalen Standards vor.


10. Was ist der "Time Horizon" beim Value at Risk?

Der Zeithorizont gibt an, für welchen Zeitraum das Risiko berechnet wird (z. B. 1 Tag oder 10 Tage). Banken nutzen oft 10 Tage (regulatorisch), während das operative Treasury meist mit dem 1-Tages-VaR arbeitet, um tägliche Schwankungen zu überwachen.


11. Kann man den VaR auch für Rohstoffpreise (z. B. Gas, Gold, Kupfer) nutzen?

Ja. Jedes Asset, das einen Marktpreis und eine messbare Volatilität hat, kann in ein VaR-Modell integriert werden. Dies ist besonders für die produzierende Industrie (Energieeinkauf) von strategischer Bedeutung.


12. Warum scheitern herkömmliche Risk-Management-Schulungen oft in der Praxis?

Viele Schulungen bleiben theoretisch oder rein qualitativ. Das MVA©-Konzept hingegen setzt auf "Next-Level Finance": Wir verbinden die mathematische Präzision des Banking mit der praktischen Anwendbarkeit im Corporate Controlling.

bottom of page