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KPI (Key Performance Indicator)

KPI (Key Performance Indicator) - Von der Beobachtung zur Steuerung: Warum Unternehmen Kennzahlen erfanden und weshalb Messen allein nicht genügt

Unternehmen haben schon lange Kennzahlen genutzt.

Umsatz. Gewinn. Produktivität. Auslastung. Kosten.

Die Grundidee war einfach:

Was gemessen wird, kann verstanden werden.

Doch mit zunehmender Unternehmensgröße zeigte sich ein Problem.

Viele Organisationen verfügten über immer mehr Zahlen und Berichte, trafen deshalb aber nicht automatisch bessere Entscheidungen.

Die eigentliche Herausforderung bestand nie darin, Daten zu erzeugen.

Die Herausforderung bestand darin, aus Daten Steuerungsfähigkeit zu entwickeln.

Genau hier beginnt die Geschichte der KPI.



Kurzdefinition

Ein Key Performance Indicator (KPI) ist eine Kennzahl, die den Fortschritt gegenüber einem definierten Ziel sichtbar macht.

Im Unterschied zu einer gewöhnlichen Kennzahl besitzt ein KPI unmittelbare Steuerungsrelevanz.

Ein KPI beantwortet nicht nur:

Was passiert?

sondern vor allem:

Ist die Organisation auf dem Weg zum gewünschten Ergebnis?

Warum KPI entstanden

Unternehmen wurden über viele Jahrzehnte überwiegend über Erfahrung, Beobachtung und persönliche Einschätzung geführt.

Mit zunehmender Größe wurde dies schwieriger.

Eigentümer konnten nicht mehr jeden Bereich selbst beobachten.

Manager mussten Entscheidungen treffen, ohne alle Details zu kennen.

Damit entstand ein neues Bedürfnis:

Komplexe Realität musste in beobachtbare Signale übersetzt werden.

Kennzahlen wurden zum Instrument, um Unternehmensleistung sichtbar zu machen.



Das Managementproblem vor KPI

Führungskräfte standen vor mehreren Herausforderungen.

  • Begrenzte Wahrnehmung

    Mit wachsender Unternehmensgröße konnte niemand mehr alle Vorgänge direkt beobachten.

    Entscheidungen mussten auf verdichteten Informationen basieren.

  • Fehlende Vergleichbarkeit

    Unterschiedliche Standorte, Teams oder Geschäftsbereiche konnten nur schwer miteinander verglichen werden.

  • Fehlende Objektivität

    Leistung wurde häufig auf Basis persönlicher Eindrücke bewertet.

    Dies führte zu unterschiedlichen Bewertungen derselben Situation.

  • Verzögerte Problemerkennung

    Viele Probleme wurden erst erkannt, nachdem sie bereits spürbare Auswirkungen verursacht hatten.



Die eigentliche Innovation

KPI ermöglichten es, komplexe Unternehmensrealität auf wenige beobachtbare Größen zu verdichten.

Die eigentliche Innovation war dabei nicht die Zahl selbst.

Die Innovation bestand darin, dass eine Organisation begann, ihre Leistung systematisch zu beobachten.


Ein KPI stellt damit eine Hypothese dar:

Wenn sich diese Kennzahl verändert, verändert sich auch ein für das Unternehmen relevantes Ergebnis.

Genau diese Annahme machte Kennzahlen im Management so wertvoll.



Was einen KPI von einer gewöhnlichen Kennzahl unterscheidet

Nicht jede Kennzahl ist automatisch ein KPI.

Beispiele:

Kennzahl

  • Anzahl Drucker

  • Quadratmeter Bürofläche

  • Anzahl Besprechungen

Diese Größen können gemessen werden, besitzen aber nicht zwangsläufig Steuerungsrelevanz.


KPI

  • EBIT

  • Cashflow

  • Kundenbindungsrate

  • Liefertermintreue

  • Ausschussquote

  • Net Promoter Score

Diese Größen unterstützen konkrete Managemententscheidungen.



Die Grundlogik eines KPI

Jeder KPI verbindet drei Elemente:


Ziel

      ↓

Messgröße

      ↓

Entscheidung


Fehlt eines dieser Elemente, verliert die Kennzahl ihren Steuerungscharakter.


Beispiel

Ziel:

Lieferfähigkeit erhöhen

Messgröße:

Liefertermintreue

Mögliche Entscheidung:

Kapazität erweitern oder Prozesse verbessern

Erst die Verbindung dieser drei Ebenen macht aus einer Kennzahl einen KPI.



Warum KPI so erfolgreich wurden

KPI lösten mehrere Managementprobleme gleichzeitig.

Komplexität wurde reduziert

Tausende Einzelereignisse konnten in wenigen Kennzahlen verdichtet werden.

Leistung wurde vergleichbar

Standorte, Teams und Geschäftsbereiche konnten anhand gemeinsamer Kennzahlen bewertet werden.

Abweichungen wurden sichtbar

Management erkannte schneller, ob sich Ergebnisse in die gewünschte Richtung entwickelten.

Entscheidungen wurden nachvollziehbarer

Diskussionen konnten auf nachvollziehbaren Größen statt auf persönlichen Einschätzungen basieren.

Praxisbeispiele

Produktion

Eine Fabrik misst ihre Ausschussquote.

Steigt die Quote, entsteht unmittelbarer Handlungsbedarf.

Vertrieb

Ein Unternehmen misst die Abschlussquote im Verkauf.

Sinkt die Kennzahl, müssen Vertriebsprozesse überprüft werden.

Kundenservice

Ein Servicecenter misst die Erstlösungsrate.

Sie zeigt, wie viele Kundenanliegen beim ersten Kontakt gelöst werden.

Finanzen

Ein Unternehmen misst den Cashflow.

Die Kennzahl zeigt, ob die operative Geschäftstätigkeit ausreichend Liquidität erzeugt.

Wo KPI an ihre Grenzen stoßen

Der Erfolg von KPI erzeugte neue Probleme.

Messen ist nicht gleich Steuern

Viele Unternehmen gehen davon aus:

Was gemessen wird, wird automatisch besser.

Diese Annahme ist falsch.

Ein KPI liefert Information.

Er ersetzt keine Entscheidung.

Nicht alles Wichtige ist messbar

Innovationsfähigkeit, Vertrauen, Anpassungsfähigkeit, Zusammenarbeit oder Unternehmenskultur

lassen sich nur eingeschränkt in Kennzahlen erfassen.

Nicht alles Messbare ist wichtig

Mit sinkenden Kosten der Datenerhebung entstanden immer mehr Kennzahlen.

Die Folge:

Plain Text

1

mehr KPI

2

      ↓

3

mehr Berichte

4

      ↓

5

weniger Klarheit

Weitere Zeilen anzeigen

Kennzahleninflation wurde zu einem eigenen Managementproblem.

Die Kennzahl verändert das Verhalten

Sobald Menschen anhand einer Kennzahl bewertet werden, beginnen sie diese zu optimieren.

Nicht immer wird dabei das eigentliche Ziel verbessert.

Dieses Phänomen wird im Artikel KPI Distortion vertieft.

Zielerreichung ersetzt nicht Denken

Ein KPI zeigt, ob ein Ziel erreicht wurde.

Er beantwortet nicht automatisch:

War das Ziel überhaupt richtig?

Diese Frage wurde mit zunehmender Dynamik von Märkten immer wichtiger.

Der häufigste Irrtum

Viele Organisationen glauben:

Je mehr KPI vorhanden sind, desto besser wird gesteuert.

In der Praxis trifft häufig das Gegenteil zu.

Ab einer bestimmten Anzahl entsteht:

Plain Text

1

Messung

2

      ↑

3

 

4

Steuerungsfähigkeit

5

      ↓

Weitere Zeilen anzeigen

Die Organisation sammelt Daten, verliert aber Prioritäten.

Warum einzelne KPI nicht ausreichen

Ein KPI betrachtet immer nur einen Ausschnitt der Realität.

Beispiele:

  • Umsatz erklärt nicht Profitabilität.

  • Gewinn erklärt nicht Liquidität.

  • Produktivität erklärt nicht Kundenzufriedenheit.

  • Wachstum erklärt nicht Risiko.

Deshalb entstand die nächste Evolutionsstufe:



KPI-Systeme

KPI-Systeme verbinden mehrere Kennzahlen miteinander und machen Zusammenhänge sichtbar.

Der Weg führte von einzelnen KPI zu:

  • DuPont-Systemen

  • Tableau de Bord

  • ZVEI-Kennzahlensystemen

  • RL-Kennzahlensystemen

  • Balanced Scorecard

  • Value Driver Trees


Diese Entwicklung wird im Artikel KPI-Gesamtsysteme ausführlich beschrieben.



Von KPI zu Unternehmenssteuerung

Mit der Zeit wurde deutlich:

Nicht die Kennzahl ist entscheidend. Entscheidend ist die Beziehung zwischen Kennzahlen.

Daraus entstand die Idee des KPI-Gesamtsystems.

Während einzelne KPI einzelne Aspekte sichtbar machen, betrachtet ein KPI-Gesamtsystem das Unternehmen als zusammenhängendes Netzwerk von Kennzahlen, Entscheidungen, Risiken und Wirkungen.


Der Artikel KPI-Gesamtsystem – Wie Kennzahlen ein Unternehmen steuerbar machen baut auf diesem Gedanken auf und beschreibt die nächste Entwicklungsstufe von der Messung zur integrierten Unternehmenssteuerung.



Die Evolution des KPI-Denkens

Beobachtung

      ↓

Kennzahl

      ↓

KPI

      ↓

KPI-System

      ↓

Balanced Scorecard

      ↓

Value Driver Tree

      ↓

KPI-Gesamtsystem

      ↓

Entscheidungsorientierte Steuerung


Jede Stufe entstand, weil die vorherige ein neues Problem sichtbar machte.



Was von KPI dauerhaft bleibt

Trotz aller Weiterentwicklungen bleiben drei Grundprinzipien gültig.

  • Sichtbarkeit

    Organisationen können nur steuern, was sie erkennen.

  • Vergleichbarkeit

    Kennzahlen schaffen eine gemeinsame Sprache für Entscheidungen.

  • Fokussierung

    Ein guter KPI reduziert Komplexität auf eine Größe, die Managementaufmerksamkeit verdient.



Global Model Index & Cross-Language Reference System

#

Pillar / Domain

German Title (DE)

English Title (EN)

Spanish Title (ES)

00

Manifest

From Management 1.0 to Enterprise Intelligence

From Management 1.0 to Enterprise Intelligence

De Management 1.0 a Enterprise Intelligence

01

Performance & Governance

02

Performance & Governance

Balanced Scorecard

Balanced Scorecard

Cuadro de Mando Integral

03

Performance & Governance

Management by Objectives (MbO)

Management by Objectives (MbO)

Dirección por Objetivos (DPO)

04

Performance & Governance

KPI

05

Performance & Governance

OKR

OKRs

OKRs

06

Performance & Governance

DuPont-System / Value Driver Trees

DuPont System / Value Driver Trees

Sistema DuPont / Árboles de Valor

07

Performance & Governance

Deckungsbeitragsrechnung

Contribution Margin Accounting

Margen de Contribución

08

Performance & Governance

Soll-Ist-Abweichungsanalyse

Variance Analysis

Análisis de Desviaciones

09

Performance & Governance

Benchmarking

Benchmarking

Benchmarking

10

Performance & Governance

Activity-Based Costing

Activity-Based Costing (ABC)

Coste Basado en Actividades (ABC)

11

Performance & Governance

Economic Value Added (EVA)

Economic Value Added (EVA)

Valor Económico Añadido (EVA)

12

Performance & Governance

Net Promoter Score (NPS)

Net Promoter Score (NPS)

Net Promoter Score (NPS)

13

Strategy, Market & Competition

Porter Five Forces

Porter's Five Forces

Las 5 Fuerzas de Porter

14

Strategy, Market & Competition

BCG Matrix

BCG Matrix

Matriz BCG

15

Strategy, Market & Competition

PESTEL Analyse

PESTEL Analysis

Análisis PESTEL

16

Strategy, Market & Competition

Ansoff Matrix

Ansoff Matrix

Matriz de Ansoff

17

Strategy, Market & Competition

Value Chain

Value Chain Analysis

Cadena de Valor

18

Strategy, Market & Competition

Core Competencies

Core Competencies

Competencias Core

19

Strategy, Market & Competition

Resource Based View

Resource-Based View (RBV)

Visión Basada en Recursos (RBV)

20

Strategy, Market & Competition

Blue Ocean Strategy

Blue Ocean Strategy

Estrategia del Océano Azul

21

Strategy, Market & Competition

McKinsey 7S

McKinsey 7S Framework

Modelo 7S de McKinsey

22

Strategy, Market & Competition

Experience Curve

Experience Curve

Curva de Experiencia

23

Strategy, Market & Competition

Szenarioplanung

Scenario Planning

Planificación de Escenarios

24

Strategy, Market & Competition

Mendelow Matrix

Mendelow's Matrix

Matriz de Mendelow

25

Finance, Capital & Valuation

Klassische Budgetierung

Traditional Budgeting

Presupuestación Tradicional

26

Finance, Capital & Valuation

DCF-Modell

DCF Model

Modelo DCF

27

Finance, Capital & Valuation

WACC

WACC

WACC

28

Finance, Capital & Valuation

CAPM

CAPM

CAPM

29

Finance, Capital & Valuation

Zero Based Budgeting

Zero-Based Budgeting (ZBB)

Presupuesto Base Cero (ZBB)

30

Finance, Capital & Valuation

Rolling Forecast

Rolling Forecasts

Forecast Rodante

31

Finance, Capital & Valuation

CapEx vs. OpEx

CapEx vs. OpEx Allocation

Asignación CapEx vs. OpEx

32

Finance, Capital & Valuation

LTV/CAC Ratio

LTV/CAC Ratio

Ratio LTV/CAC

33

Finance, Capital & Valuation

Working Capital Management

Working Capital Management

Gestión del Capital de Trabajo

34

Finance, Capital & Valuation

Statische Liquiditätsplanung

Static Cash Flow Planning

Planificación de Liquidez Estática

35

Finance, Capital & Valuation

ISO 31000 / COSO

ISO 31000 / COSO Frameworks

Marcos de Riesgo ISO 31000 / COSO

36

Finance, Capital & Valuation

Unternehmensplanung & Finanzmodelle

Corporate Financial Modeling

Modelización Financiera Corporativa

37

Operations, Quality & Supply

Lean Management

Lean Management

Lean Management

38

Operations, Quality & Supply

Six Sigma

Six Sigma

Six Sigma

39

Operations, Quality & Supply

Kaizen

Kaizen

Kaizen

40

Operations, Quality & Supply

Theory of Constraints

Theory of Constraints (TOC)

Teoría de las Limitaciones (TOC)

41

Operations, Quality & Supply

Total Quality Management

Total Quality Management (TQM)

Gestión de la Calidad Total (TQM)

42

Operations, Quality & Supply

Business Process Reengineering

Business Process Reengineering (BPR)

Reingeniería de Procesos (BPR)

43

Operations, Quality & Supply

Stage-Gate

Stage-Gate Innovation

Modelo Stage-Gate

44

Operations, Quality & Supply

Shared Services

Shared Services

Servicios Compartidos

45

Operations, Quality & Supply

Plankostenrechnung

Standard Cost Accounting

Costes Teóricos / Estándar

46

Operations, Quality & Supply

Monatsabschluss & Financial Closing

Financial Close & Monthly Closing

Cierre Contable y Mensual

47

Data, Digital & Transformation

Business Intelligence

Business Intelligence (BI)

Business Intelligence (BI)

48

Data, Digital & Transformation

KPI Dashboards

KPI Dashboards

Dashboards de KPIs

49

Data, Digital & Transformation

Predictive Analytics

Predictive Analytics

Analítica Predictiva

50

Data, Digital & Transformation

ERP-Systeme

Enterprise Resource Planning (ERP)

Sistemas ERP

51

Data, Digital & Transformation

Scrum

Scrum

Scrum

52

Data, Digital & Transformation

Kanban

Kanban

Kanban

53

Data, Digital & Transformation

Digital Transformation

Digital Transformation Frameworks

Transformación Digital

54

Data, Digital & Transformation

ADKAR Modell

ADKAR Model

Modelo ADKAR

55

Data, Digital & Transformation

Kotter Change Model

Kotter's 8-Step Change Model

Modelo de Cambio de Kotter

56

Data, Digital & Transformation

Conway's Law

Conway's Law

Ley de Conway

57

NextGen Operating Systems

Seismic OS – Resilienz & Erschütterungssteuerung

Seismic OS – Resilience & Shock Management

Seismic OS – Resiliencia y Gestión de Impactos

58

NextGen Operating Systems

Galaxy OS – Vernetzte & Ökosystemische Steuerung

Galaxy OS – Networked & Ecosystem Governance

Galaxy OS – Gobernanza de Ecosistemas Red

59

NextGen Operating Systems

Quasar OS – Echtzeit- & KI-Getriebene Intelligenz

Quasar OS – Real-Time & AI-Driven Intelligence

Quasar OS – Inteligencia en Tiempo Real e IA

60

Synthesis & Architecture

NextLevel Enterprise Architecture

NextLevel Enterprise Architecture

NextLevel Enterprise Architecture








NextLevel Statement

KPI wurden erfunden, um Unternehmensrealität sichtbar zu machen. Sie lösten das Problem begrenzter Wahrnehmung, schufen Vergleichbarkeit und ermöglichten datenbasierte Entscheidungen. Ihr größter Irrtum lag jedoch in der Annahme, dass Messung bereits Steuerung bedeutet. Eine Kennzahl zeigt einen Zustand. Sie erklärt ihn nicht automatisch und ersetzt keine Entscheidung. Die Entwicklung moderner Unternehmenssteuerung besteht deshalb nicht darin, immer mehr KPI zu erzeugen. Sie besteht darin, Zusammenhänge, Wirkungen und Entscheidungslogiken sichtbar zu machen. Genau aus dieser Einsicht entstanden KPI-Systeme, Value Driver Trees und schließlich integrierte KPI-Gesamtsysteme.




FAQ – KPI (Key Performance Indicator)

1. Was ist ein KPI?

Ein KPI (Key Performance Indicator) ist eine Kennzahl mit unmittelbarer Steuerungsrelevanz. Er misst nicht einfach einen Zustand, sondern hilft dabei zu beurteilen, ob sich ein Unternehmen seinem Ziel nähert oder davon entfernt.


2. Was unterscheidet einen KPI von einer normalen Kennzahl?

Eine Kennzahl beschreibt etwas.

Ein KPI unterstützt eine Entscheidung.

Die Anzahl der Mitarbeitenden ist eine Kennzahl. Die Fluktuationsrate kann ein KPI sein, wenn sie für die Personalstrategie relevant ist.


3. Warum wurden KPI überhaupt eingeführt?

Unternehmen wurden zu groß, um sie ausschließlich über persönliche Beobachtung zu steuern. KPI machten Leistung sichtbar und halfen, komplexe Organisationen vergleichbar und steuerbar zu machen.


4. Wann ist eine Kennzahl kein KPI?

Wenn aus ihr keine konkrete Entscheidung abgeleitet werden kann.

Eine Zahl ohne Steuerungsbezug ist Information, aber kein KPI.


5. Wie erkennt man einen guten KPI?

Ein guter KPI beantwortet drei Fragen:

  • Welches Ziel unterstützt er?

  • Welche Entscheidung beeinflusst er?

  • Welche Handlung kann daraus folgen?

Fehlt eine dieser Antworten, ist die Kennzahl meist wenig wertvoll.


6. Wie viele KPI sollte ein Unternehmen haben?

So wenige wie möglich und so viele wie nötig.

Wenn Führungskräfte 200 KPI betrachten müssen, existieren praktisch keine Prioritäten mehr.


7. Warum scheitern viele KPI-Systeme?

Weil KPI gesammelt statt gestaltet werden.

Viele Unternehmen beginnen bei den verfügbaren Daten statt bei den Entscheidungen, die getroffen werden müssen.


8. Was bedeutet „You get what you measure“?

Menschen richten ihr Verhalten an den Kennzahlen aus, die beobachtet oder bewertet werden.

Gemessen wird nicht nur die Leistung.

Gemessenes Verhalten verändert sich durch die Messung selbst.


9. Was ist KPI Distortion?

KPI Distortion beschreibt die Situation, in der Mitarbeitende die Kennzahl optimieren statt das eigentliche Ziel.

Die Zahl verbessert sich, der tatsächliche Unternehmensnutzen jedoch nicht zwingend.


10. Können KPI falsches Verhalten fördern?

Ja.

Beispielsweise kann ein reines Umsatzziel dazu führen, dass Rabatte vergeben werden, obwohl die Profitabilität sinkt.


11. Was ist wichtiger: KPI oder Strategie?

Die Strategie.

KPI sollen Strategien unterstützen.

Wenn KPI wichtiger werden als die Strategie, entsteht Fehlsteuerung.


12. Warum reicht ein einzelner KPI selten aus?

Jede Kennzahl zeigt nur einen Ausschnitt der Realität.

Umsatz zeigt kein Risiko. Gewinn zeigt keine Liquidität. Produktivität zeigt keine Kundenzufriedenheit.


13. Was bedeutet KPI-Inflation?

KPI-Inflation entsteht, wenn immer neue Kennzahlen eingeführt werden, ohne alte zu entfernen.

Das Ergebnis sind mehr Reports, aber nicht mehr Steuerungsfähigkeit.


14. Kann man ein Unternehmen nur über KPI steuern?

Nein.

KPI liefern Informationen.

Entscheidungen, Erfahrung, Kontext und Interpretation bleiben unverzichtbar.


15. Warum führen viele KPI nicht automatisch zu besseren Entscheidungen?

Weil Information nicht automatisch Klarheit erzeugt.

Ab einer bestimmten Menge steigt die Komplexität schneller als der Erkenntnisgewinn.


16. Welche KPI nutzen Vorstände typischerweise?

Häufig:

  • Umsatzwachstum

  • EBIT

  • Cashflow

  • Working Capital

  • Kapitalrendite

  • Kundenzufriedenheit

  • Risikoindikatoren


17. Welche KPI sind für kleine Unternehmen besonders wichtig?

Viele kleine Unternehmen starten mit:

  • Umsatz

  • Liquidität

  • Deckungsbeitrag

  • Neukunden

  • Wiederkaufrate

Diese Größen beeinflussen häufig direkt die Überlebensfähigkeit des Unternehmens.


18. Welche KPI sind gefährlich?

Gefährlich sind KPI, die isoliert betrachtet werden.

Eine hohe Maschinenauslastung beispielsweise kann gleichzeitig zu längeren Durchlaufzeiten und höheren Beständen führen.


19. Warum verändern KPI das Verhalten von Menschen?

Menschen reagieren auf Bewertungen.

Wer anhand einer Kennzahl beurteilt wird, optimiert meist diese Kennzahl.

Deshalb beeinflusst jeder KPI auch die Unternehmenskultur.


20. Was bedeutet Goodhart's Law im Zusammenhang mit KPI?

Goodhart's Law besagt:

Sobald ein Maßstab zum Ziel wird, verliert er seinen Wert als Maßstab.

Ein KPI kann dadurch seine ursprüngliche Aussagekraft verlieren.


21. Wie hängen KPI und Risiko zusammen?

Jeder KPI enthält implizit eine Risikokomponente.

Ein WachstumskPI ohne Risikobetrachtung kann beispielsweise zu aggressiven Investitionen führen.


22. Wie hängen KPI und Zeit zusammen?

Jede Kennzahl besitzt einen Zeitbezug.

Einige KPI zeigen vergangene Ergebnisse.

Andere liefern Hinweise auf zukünftige Entwicklungen.

Diese Unterscheidung ist für die Interpretation entscheidend.


23. Sind Dashboard und KPI-System dasselbe?

Nein.

Ein Dashboard visualisiert Kennzahlen.

Ein KPI-System beschreibt die Beziehungen zwischen diesen Kennzahlen.


24. Wann wird aus einem KPI ein KPI-System?

Sobald Beziehungen zwischen mehreren KPI definiert werden.

Dann wird nicht mehr nur gemessen, sondern erklärt.


25. Warum benötigen Unternehmen KPI-Systeme?

Weil einzelne KPI keine Ursache-Wirkungs-Beziehungen sichtbar machen.

Erst miteinander verknüpfte Kennzahlen ermöglichen ein tieferes Verständnis der Unternehmensleistung.


26. Was ist der Unterschied zwischen KPI-System und KPI-Gesamtsystem?

Ein KPI-System verbindet Kennzahlen.

Ein KPI-Gesamtsystem verbindet zusätzlich:

  • Entscheidungen,

  • Risiken,

  • Zeit,

  • Strategien und

  • Wirkungen.

Es bildet das Unternehmen als zusammenhängendes Steuerungssystem ab.


27. Woran erkennt man ein wirkungsloses KPI-System?

Typische Symptome:

  • Viele Reports

  • Wenige Entscheidungen

  • Wiederkehrende Diskussionen

  • Häufige Zielkonflikte

  • Überraschende Probleme trotz vieler Kennzahlen


28. Welche Frage sollte hinter jedem KPI stehen?

Welche Entscheidung würde anders ausfallen, wenn diese Kennzahl morgen deutlich steigt oder fällt?

Kann diese Frage nicht beantwortet werden, sollte die Kennzahl kritisch hinterfragt werden.


29. Was ist die nächste Evolutionsstufe nach KPI?

Die Entwicklung führt typischerweise über:


KPI

KPI-Systeme

Balanced Scorecard

Value Driver Trees

KPI-Gesamtsysteme

Entscheidungsorientierte Steuerung


Der Fokus verschiebt sich von Messung zu Verständnis und von Verständnis zu Entscheidungen.


30. Was ist die wichtigste Erkenntnis über KPI?

Ein KPI ist keine Zahl.

Ein KPI ist eine Managementannahme.

Er basiert auf der Überzeugung, dass eine bestimmte Messgröße etwas Relevantes über die Leistungsfähigkeit eines Unternehmens aussagt.

Die wichtigste Aufgabe moderner Unternehmenssteuerung besteht daher nicht darin, immer mehr KPI zu erzeugen, sondern die richtigen KPI mit den richtigen Entscheidungen zu verbinden.



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